StadtElternRat (StER) der Stadt Halle

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Das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es vielfältige Bildungsangebote, die von der frühkindlichen Erziehung in Kindertagesstätten über allgemein bildende und berufsbildende Schulen, Musikschulen und Volkshochschulen bis hin zu den Hochschulen reichen. Diese Vielfalt, aber auch die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit des sachsen-anhaltischen Bildungssystems eröffnen
allen die Chance auf eine gute Bildung und die Möglichkeit, entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen einen adäquaten Bildungsabschluss zu erlangen.


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Kindertagesstätten
Frühkindliche Bildung und Förderung sind das Fundament für jede individuelle Bildungsbiografie. Um allen Kindern die Chance zur Teilhabe an entsprechenden Bildungsangeboten und damit einhergehenden Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen, aber auch eine optimale Vorbereitung auf die Schule zu gewährleisten, bietet Sachsen-Anhalt jungen Eltern gute Möglichkeiten, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Es besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder erwerbstätiger Eltern bereits ab der Geburt. In den kommunalen, aber auch von privaten Verbänden oder Vereinen sowie von den Kirchen getragenen Kindertagesstätten werden die Kinder in der Regel bis zum Beginn der Schulpflicht betreut und entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten gefördert.
Grundschulen
In die Grundschule gehen die Kinder des 1. bis 4. Schuljahrgangs. Hier werden vor allem Grundfähigkeiten und -fertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Entsprechend der Lernentwicklung durchlaufen die Schülerinnen und Schüler eine ein- bis dreijährige Schuleingangsphase, bevor sie in den 3. Schuljahrgang wechseln. Im vierten Schuljahrgang erhalten die Eltern für ihr Kind eine Schullaufbahnempfehlung zur Wahl des weiteren Bildungsgangs (Sekundarschule oder Gymnasium). Die bisherige verbindliche Form der Schullaufbahnempfehlung wurde per  Schuljahr 2011/2012 abgeschafft, eine Neuregelung ist derzeit in der Vorbereitung.
Sonderpädagogische Bildung
an Förderschulen

In der Förderschule werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Es können alle Abschlüsse der allgemein bildenden Schulen erworben werden. Den Schülerinnen und Schülern wird auf einer jeweils spezialisierten rehabilitationspädagogischen Basis eine entwicklungswirksame individuelle Förderung zuteil. Dafür gibt es sieben verschiedene Förderschularten. Die durch Kooperationsvereinbarungen zwischen Förderschulen und allgemein bildenden oder berufsbildenden Schulen gebildeten Förderzentren ermöglichen regional oder überregional angelegte integrative Angebote sowie Beratung, Diagnostik und Prävention.
Sekundarschulen, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen
Die Sekundarschule vermittelt eine allgemeine und berufsorientierte Bildung. In den Schuljahrgängen 5 und 6 werden die Schülerinnen und Schüler auf die Lernschwerpunkte, Lernanforderungen und Arbeitsmethoden der Schuljahrgänge 7 bis 10 vorbereitet. In den ersten beiden Jahren umfasst der Unterricht die für alle verpflichtenden Lerninhalte, bevor mit dem 7. Schuljahrgang eine auf die unterschiedlichen Abschlüsse bezogene Differenzierung beginnt. Sie führt am Ende des 9. Schuljahrgangs zum Hauptschulab-schluss oder qualifizierten Hauptschulab-schluss oder mündet am Ende des 10. Schuljahrgangs in den Realschulab-schluss bzw. erweiterten Realschulab-schluss. Damit werden gute Voraussetzungen für die weiterführende berufliche Bildung geschaffen. Mit dem erweiterten Realschulabschluss ist ein Übergang in den 10. Schuljahrgang des Gymnasiums oder der Eintritt ins Fachgymnasium möglich. Die Gemeinschafts-schule vermittelt eine allgemeine und berufsorientierende Bildung. Sie ermöglicht den Erwerb aller Abschlüsse der allgemein bildenden Schulen. Sie führt eine gymnasiale Oberstufe oder ermöglicht den Erwerb des Abiturs in verbindlich geregelter, konzeptionell untersetzter Zusammenarbeit mit einer anderen Schule. Führt Sie eine gymnasiale Oberstufe, umfasst die Qualifikationsphase grundsätzlich die Schuljahrgänge 11 und 12 Die Gesamtschule vermittelt eine allgemeine und berufsorientierende Bildung. Sie kann in integrierter oder in kooperativer Form geführt werden. In integrierter Form bildet sie eine pädagogische und organisatorische Einheit und ermöglicht in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die ohne Zuordnung zu unterschiedlichen Schulformen zu allen Abschlüssen der Sekundarstufen I und II führen. Die Schuljahrgänge 11 bis 13 bilden die gymnasiale Oberstufe. Die kooperative Gesamtschule führt die Sekundarschule und das Gymnasium pädagogisch und organisatorisch zusammen. Der Unterricht wird zum überwiegenden Teil in schulform-spezifischen Klassen, aber auch in schulformüber-greifenden Lerngruppen erteilt. Die Schuljahrgänge 11 und 12 bilden auch hier die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe. Im Gymnasium werden Schülerinnen und Schüler vom 5. bis zum 12. Schuljahrgang unterrichtet. Das Gymnasium vermittelt eine vertiefte Allgemeinbildung und die Voraussetzungen zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife. Die Schuljahrgänge 10 bis 12 bilden die gymnasiale Oberstufe, die sich in die Einführungsphase, Schuljahrgang 10, und die Qualifikationsphase, Schuljahrgänge 11 und 12, gliedert. Das Gymnasium schließt im 12. Schuljahrgang mit den Prüfungen zum Abitur ab.
Sowohl Sekundarschulen als auch Gymnasien und Gesamtschulen können als Schulen mit inhaltlichen Schwerpunkten geführt werden. Damit wird es möglich, besondere Begabungen und Interessen auf intensive Weise individuell zu fördern.
Berufsbildende Schulen
Die berufsbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt umfassen die Schularten Berufsschule, Berufsfachschule, Fachschule, Fachoberschule und Fachgymnasium. Sie vermitteln berufliche Bildungsinhalte und erweitern die erworbene Allgemeinbildung. Sie verleihen berufsbildende und allgemein bildende Abschlüsse und Berechtigungen. Zugleich nehmen sie Aufgaben der beruflichen Fort- und Weiterbildung wahr.
Die Berufsschule wird von Jugendlichen im Rahmen ihrer dualen Berufsausbildung besucht. In den Berufsschulen erwerben sie die berufstheoretischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, während die Ausbildungsbetriebe die berufspraktischen Inhalte für einen der ca. 350 bundesweit anerkannten Ausbildungsberufe
vermitteln.
Die ein- und mehrjährige Berufsfachschule ermöglicht in verschiedenen vollzeitschulischen Varianten eine Ausbildung mit einem berufsqualifizierenden Abschluss und/oder allgemein bildende Abschlüsse. Aufbauend auf einem Ausbildungsberuf oder auf einem berufsqualifizierenden Abschluss können im Rahmen der Fachschule Abschlüsse erworben werden, die zu einer Tätigkeit im mittleren Management befähigen, z. B. in der Planung
oder Organisation.
Der Besuch der Fachoberschule kann nach einer Berufsausbildung im 12. Schuljahrgang oder ohne Berufsausbildung ab dem 11. Schuljahrgang erfolgen. Beide Wege führen zur Fachhochschulreife, die die Aufnahme eines Studiums
ermöglicht.
Wer die Berechtigung zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe, den erweiterten Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand nachweist, kann am Fachgymnasium eine vertiefte allgemeine Bildung mit berufsbereichsbezogenen Schwerpunkten erhalten, die mit der Abiturprüfung abschließt und zum Besuch einer Hochschule berechtigt.
Das in der Regel dreijährige Fachgymnasium kann in folgenden Fachrichtungen geführt werden:
• Agrarwirtschaft
• Ernährung und Hauswirtschaft
• Gesundheit und Soziales
• Technik
• Wirtschaft
Für Jugendliche ohne allgemein bildenden Schulabschluss sowie Abgängerinnen und Abgänger von Förderschulen bieten die berufsbildenden Schulen ein Berufsvorbereitungsjahr zum Übergang in die berufliche Bildung an. Dabei ermöglicht es den Erwerb des Hauptschulabschlusses.
Mit dem Ziel einer nachfolgenden dualen Ausbildung vermittelt das Berufsgrundbildungsjahr mit fachtheoretischem und praktischem Unterricht Jugendlichen mit dem Hauptschulabschluss eine berufliche Grundbildung in einem Berufsbereich, z. B. Metalltechnik.
Hochschulen
Sachsen-Anhalt unterbreitet an seinen beiden Universitäten in Magdeburg und Halle, der Hochschule für Kunst und Design in Halle, den vier Fachhochschulen sowie der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle und der staatlich anerkannten Theologischen Hochschule Friedensau moderne, attraktive und innovative Studienangebote. Das Hochschulstudium befähigt zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit in vielfältigen Berufen. An den Universitäten ist es eher theorie- und forschungsorientiert, an Fachhochschulen stärker anwendungs- und praxisbezogen angelegt. Je nach angestrebtem Abschluss beträgt die Regelstudienzeit etwa sechs bis zehn Semester. Bereits nach drei Jahren kann man mit einem Bachelor-Abschluss in das akademische Berufsleben eintreten. Darauf aufbauend besteht die Möglichkeit, in einem Master-Studiengang seine wissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen oder sich zu spezialisieren.
Einige Studiengänge, wie z. B Medizin, Jura oder Lehramt, schließen mit einer staatlichen Prüfung, dem Staatsexamen, ab. Darüber hinaus können kirchliche Abschlüsse erworben werden. Um an einer Hochschule oder Universität studieren zu können, ist eine Hochschulzugangsberechtigung erforderlich. Diese erwirbt man mit
• dem Abitur
• dem Fachabitur
• der Fachhochschulreife
• einer vom Kultusministerium anerkannten vergleichbaren Vorbildung (zum Beispiel sind Meister und Inhaber bestimmter Fortbildungsabschlüsse berechtigt, ein Studium aufzunehmen)
• der Hochschulzugangsberechtigung eines anderen Bundeslandes
• einer Feststellungsprüfung für Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung.
aktuelle Termine
Datum Veranstaltung Veranstalter
Sa 23.09.17 Schulmesse der weiterführenden Schulen der Stadt Halle StadtElternRat
Di 30.09.17 Tag der offnenen Tür Gesamtschule mit besonderer Pädagogik Freie Waldorfschule
Di 20.10.17 Tag der offnenen Tür Schulverbund Sportschulen Halle